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Artikel: Schottische Clans: Geschichte, Tartan und ein Stück Identität

Schottische Clans: Geschichte, Tartan und ein Stück Identität

Wenige Dinge sind so schottisch wie der Gedanke an die Clans: stolze Highland-Familien, jede mit eigenem Namen, eigenem Wappen und eigenem Tartan. Doch was steckt wirklich hinter dem Clan-System – und warum berührt es bis heute Menschen in aller Welt?

Der Begriff Clan kommt vom gälischen clann, was schlicht „Kinder“ oder „Nachkommen“ bedeutet. Ein Clan war also eine große Familie – eine Gemeinschaft von Menschen, die sich einem gemeinsamen Anführer und einem gemeinsamen Namen verbunden fühlten. Werfen wir einen Blick auf ihre Geschichte.

Was ist ein Clan?

Im Zentrum jedes Clans stand der Clan Chief, das Oberhaupt. Ihm folgten die Mitglieder des Clans – nicht immer blutsverwandt, aber durch Treue, Land und gemeinsamen Namen verbunden. Wer auf dem Gebiet eines Clans lebte, nahm oft dessen Namen an und stand unter seinem Schutz. Jeder Clan hatte seinen eigenen Wahlspruch, sein Wappenabzeichen (Crest Badge) und häufig eine eigene Pflanze als Erkennungszeichen. So wurde aus einer Familie eine ganze Gesellschaftsordnung.

Das Leben in den Highlands

Das Clan-System prägte vor allem die schottischen Highlands und Inseln. Hier, in einer rauen Landschaft aus Bergen und Lochs, bot der Clan Sicherheit: Er verteidigte sein Land, schlichtete Streitigkeiten und hielt in schweren Zeiten zusammen. Manche Clans waren mächtig genug, um ganze Landstriche zu beherrschen – etwa die MacDonalds, die als „Lords of the Isles“ über die Westküste geboten. Andere berühmte Namen sind die Campbells, die MacLeods von Skye mit ihrem Stammsitz Dunvegan Castle und die Frasers, die heute vielen aus Büchern und Serien vertraut sind.

Clan & Tartan – eine schöne Geschichte

Dass jeder Clan seinen ganz eigenen Tartan trägt, gehört zu den bekanntesten Vorstellungen über Schottland. Historisch ist die Sache allerdings etwas romantischer als real: Früher richteten sich die Karomuster eher nach der Region und dem örtlichen Weber als nach einer bestimmten Familie. Die feste Zuordnung „ein Clan, ein Tartan“ entstand größtenteils erst im 19. Jahrhundert – beflügelt von der Schwärmerei der viktorianischen Zeit und dem legendären Besuch von König Georg IV. in Edinburgh 1822. Das macht den Tartan nicht weniger schön – im Gegenteil: Er ist ein wunderbares Symbol der Zugehörigkeit.

Culloden und das Ende einer Epoche

Das traditionelle Clan-System fand ein jähes Ende. 1746 verloren die Jakobiten die Schlacht von Culloden – die letzte große Feldschlacht auf britischem Boden. In der Folge wurde die Macht der Clan Chiefs gebrochen, und mit dem Dress Act war das Tragen von Tartan und Kilt jahrzehntelang sogar verboten. Später zwangen die Highland Clearances unzählige Familien von ihrem Land – viele wanderten nach Amerika, Kanada und Australien aus und trugen den Namen ihres Clans in die Welt hinaus.

Die Clans heute

Gerade dieser Aufbruch in die Ferne hat die Clans lebendig gehalten. Weltweit pflegen heute Millionen Menschen mit schottischen Wurzeln die Verbindung zu ihrem Clan – in Clan-Gesellschaften, bei den Highland Games und den großen „Gatherings“ in Edinburgh. Der Tartan, einst verboten, ist längst zum stolzen Erkennungszeichen geworden.

Finden Sie Ihren Clan

Ein schottischer Nachname – oder auch nur eine ferne Verwandtschaft – führt oft zu einem Clan und seinem Tartan. Und wer keine schottischen Vorfahren hat? Der greift einfach zu einem der vielen „universellen“ Muster wie dem Black Watch oder dem klassischen Royal Stewart, die jedem offenstehen.

Ihren Lieblingstartan tragen Sie am schönsten mit einer Lochcarron Stola im Royal-Stewart-Tartan oder eingewickelt in eine unserer schottischen Tartan-Wolldecken – alle in Schottland gewebt. Welcher Tartan spricht Sie an? Slàinte!

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