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Artikel: Hogmanay: Wie die Schotten das neue Jahr begrüßen

Hogmanay: Wie die Schotten das neue Jahr begrüßen

Während anderswo die Weihnachtskerzen im Mittelpunkt stehen, feiern die Schotten das größte Fest des Winters erst am 31. Dezember: Hogmanay, den schottischen Jahreswechsel. Und den nehmen sie ernst.

Hogmanay ist mehr als nur Silvester. Es ist ein Fest voller Bräuche, Aberglaube und Wärme – mit eigenen Ritualen, uralten Liedern und der festen Überzeugung, dass die ersten Minuten des neuen Jahres darüber entscheiden, wie das ganze Jahr verläuft. Werfen wir einen Blick auf die schönsten Traditionen.

Warum ist Silvester größer als Weihnachten?

Das hat historische Gründe: Nach der Reformation galt Weihnachten in Schottland über fast 400 Jahre als zu katholisch und wurde kaum gefeiert – erst 1958 wurde der 25. Dezember wieder ein offizieller Feiertag. Die Freude am Feiern verlagerte sich also auf den Jahreswechsel, und so wurde Hogmanay zum Herzstück des schottischen Winters. Alte Gewohnheiten halten sich hartnäckig: Für viele Schotten ist die Nacht auf den 1. Januar bis heute die wichtigste des Jahres.

First-Footing: der erste Besuch zählt

Der bekannteste Brauch ist das First-Footing. Wer nach Mitternacht als Erster die Schwelle eines Hauses übertritt, bringt Glück für das kommende Jahr – traditionell am besten ein großer, dunkelhaariger Mann. Und er kommt nicht mit leeren Händen: Mitgebracht werden Gaben mit Bedeutung. Ein Stück Kohle für Wärme, Shortbread oder Black Bun für Wohlstand, Salz und natürlich ein Schluck Whisky, um auf das neue Jahr anzustoßen.

Auld Lang Syne

Schlag Mitternacht fassen sich alle an den Händen – über Kreuz – und singen Auld Lang Syne. Das Lied wurde vom schottischen Nationaldichter Robert Burns verfasst, der es 1788 niederschrieb, und wird heute rund um die Welt zum Jahreswechsel angestimmt. Kaum jemand kennt alle Strophen, aber das tut der Sache keinen Abbruch: Es geht um Freundschaft, Erinnerung und den Zusammenhalt über die Jahre hinweg.

Feuer, Fackeln und Feuerbälle

Hogmanay ist auch ein Fest des Feuers. Im Küstenstädtchen Stonehaven schwingen mutige Teilnehmer brennende Feuerbälle an langen Ketten über ihren Köpfen durch die Straßen – ein uralter Brauch, der das alte Jahr reinigen und böse Geister vertreiben soll. In Edinburgh zieht ein gewaltiger Fackelzug durch die Stadt, und die Silvesterparty in der Hauptstadt gehört zu den größten der Welt. Wer das Feuer lieber daheim am Kamin genießt, findet bei uns die passenden schottischen Kamin-Accessoires.

Ein sauberes Haus fürs neue Jahr

Vor Mitternacht wird traditionell noch das Haus geputzt – das sogenannte Redding. Man kehrt das Alte hinaus, begleicht offene Schulden und beginnt das neue Jahr mit reinem Tisch. In den Highlands gab es früher sogar das Saining: Das Haus wurde mit Wasser aus einem Flusslauf besprengt und mit Wacholderrauch gesäubert, um Glück und Gesundheit einzuladen.

Und am nächsten Morgen?

Wer am 1. Januar noch Energie hat, wärmt sich beim Loony Dook auf – oder besser gesagt: kühlt sich ab. Bei diesem herrlich verrückten Brauch springen hunderte Menschen ins eiskalte Wasser des Firth of Forth. Danach gibt es traditionell einen herzhaften Steak Pie, und das neue Jahr kann kommen.

Slàinte mhath!

Ob mit Feuerball, kaltem Bad oder einfach einem guten Dram am Kaminfeuer – Hogmanay erinnert daran, das alte Jahr in Würde zu verabschieden und das neue mit Freunden zu begrüßen. Wer zu Mitternacht auf schottische Art anstoßen möchte, tut das natürlich mit einem echten schottischen Whiskyglas in der Hand – und gut eingewickelt in eine warme Wolldecke. Wir wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr – oder wie man in Schottland sagt: A guid New Year tae ane an’ a’!

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