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Artikel: Rabbie Burns: Schottlands Nationaldichter & Burns Night

Robert Burns – Porträt des schottischen Nationaldichters, geboren 25. Januar 1759 in Alloway, Ayrshire

Rabbie Burns: Schottlands Nationaldichter & Burns Night

Schottlands Nationaldichter

Rabbie Burns

Kein anderer Dichter wird so geliebt, dass man ihm jedes Jahr ein ganzes Festessen zu Ehren ausrichtet. Robert „Rabbie" Burns starb mit nur 37 Jahren – und ist seit über 200 Jahren lebendiger als die meisten Schriftsteller, die ihn um Jahrhunderte überlebt haben. Wer war dieser Mann, und was hat es mit der berühmten Burns Night auf sich?

Leben · Burns Night · Address to a Haggis · Auld Lang Syne

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1759 – 1796

Ein Bauernsohn aus Alloway

Robert Burns wurde am 25. Januar 1759 in Alloway bei Ayr geboren – als ältestes von sieben Kindern eines Pachtbauern. Schon früh musste er auf dem Hof seiner Familie mitarbeiten, gleichzeitig las er, was er in die Hände bekam, und begann selbst zu schreiben. Seine Gedichte und Lieder entstanden meist im schottischen Dialekt – der Sprache, in der er dachte, fühlte und mit seinen Nachbarn sprach. Das war damals ungewöhnlich: Die literarische Welt schrieb in Englisch. Burns schrieb für und über die Menschen, unter denen er lebte.

In nur 37 Lebensjahren verfasste er über 550 Gedichte und Lieder – von zärtlichen Liebesgedichten über bissige Satiren bis hin zu Liedern, die er aus alten mündlichen Überlieferungen sammelte, aufschrieb und für die Nachwelt rettete. Ohne Burns wären zahllose Volkslieder, die heute als „typisch schottisch" gelten, vermutlich für immer verloren.

Burns starb am 21. Juli 1796 in Dumfries, geschwächt durch Krankheit und harte körperliche Arbeit. Er wurde im Alter von 37 Jahren begraben – jünger, als die meisten Schriftsteller ihr erstes bedeutendes Werk veröffentlichen. Und doch: 2009 wählten die Schotten ihn in einer landesweiten Abstimmung zum „größten Schotten aller Zeiten" – noch vor Wallace, Bruce und allen anderen.

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25. Januar, seit 1801

Burns Night – eine über 200 Jahre alte Tradition

Nur fünf Jahre nach Burns' Tod, im Jahr 1801, kamen einige seiner Freunde in Alloway zusammen, um seinen Geburtstag zu feiern – mit einem Essen, Reden und seinen eigenen Gedichten. Aus diesem ersten „Burns Supper" wurde eine Tradition, die heute weltweit am 25. Januar gefeiert wird: in schottischen Pubs, in Vereinshallen, in Botschaften rund um den Globus und natürlich in unzähligen privaten Wohnzimmern.

Ein klassischer Burns Supper folgt einem festen Ablauf: Er beginnt mit einem Gebet – dem sogenannten „Selkirk Grace" –, gefolgt von einer Suppe, traditionell Cock-a-Leekie (Hühner-Lauch-Suppe). Dann kommt der Höhepunkt des Abends: der Haggis, feierlich vom Piper hereingetragen. Im Laufe des Abends folgen mehrere Reden und Toasts – die berühmteste ist die „Immortal Memory", eine Würdigung von Burns' Leben und Werk, gehalten von einem Gastredner.

Zu einem vollständigen Burns Supper gehören außerdem ein Ceilidh nach dem Essen und natürlich Whisky – meist ein guter Single Malt, der während des Abends in kleinen „Drams" gereicht wird.

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1786

Die „Address to a Haggis" – das Herzstück des Abends

Im Zentrum jeder Burns Night steht eine kleine Zeremonie, die so liebevoll-absurd ist, dass sie nur schottisch sein kann: die feierliche Begrüßung des Haggis. Burns schrieb 1786 eine Ode an dieses Gericht – eine augenzwinkernde, überschwängliche Lobrede, die den bescheidenen Haggis mit den Worten feiert, die man eigentlich einem König vorbehalten würde.

Der Ablauf ist dabei genau festgelegt: Während ein Dudelsackspieler vorangeht, wird der Haggis auf einem Tablett feierlich in den Saal getragen. Alle Gäste stehen auf. Dann tritt jemand vor und rezitiert Burns' Gedicht – mit wachsender Dramatik, bis an einer bestimmten Stelle ein Messer gezückt und der Haggis unter Applaus zeremoniell aufgeschnitten wird. Es ist Theater, Komik und Ehrerbietung in einem – und genau diese Mischung aus Ernst und Selbstironie macht den schottischen Humor aus.

Nach dem „Address" folgt das Essen selbst: Haggis mit Neeps and Tatties – Steckrüben und Kartoffelpüree – begleitet von einem Schluck Whisky. Wer noch nie Haggis probiert hat, sollte sich von der Beschreibung nicht abschrecken lassen: Herzhaft, würzig, ein bisschen wie ein kräftiges Pâté – und ein fester Bestandteil der schottischen Identität.

„Kein anderes Gedicht hat es je geschafft, ein Gericht so zu adeln, dass man es bis heute mit Messer, Dudelsack und stehenden Ovationen begrüßt."

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1788

Auld Lang Syne – Burns' größtes Geschenk an die Welt

Wenn am 31. Dezember weltweit Millionen Menschen um Mitternacht Hände fassen und gemeinsam singen, denken die wenigsten daran, dass sie damit Robert Burns ehren. 1788 schickte Burns ein altes schottisches Lied an eine Sammlung traditioneller Musik – mit der Bemerkung, er habe es einem alten Mann abgelauscht und es sei zuvor nie aufgeschrieben worden. Wie viel davon Burns' eigene Dichtung war und wie viel tatsächlich Überlieferung, ist bis heute Gegenstand liebevoller Debatten unter Literaturwissenschaftlern.

Was sicher ist: Aus diesem Lied wurde die meistgesungene Melodie der Welt zum Jahreswechsel – von Edinburgh bis Tokio, von New York bis Sydney. Der Titel bedeutet wörtlich etwa „längst vergangene Zeiten" und das Lied handelt von alten Freundschaften, gemeinsamen Erinnerungen und dem Anstoßen auf die Vergangenheit, bevor man gemeinsam ins Neue geht.

Kein anderes Werk zeigt so deutlich, wie tief Burns' Wirkung reicht: Ein Bauernsohn aus Ayrshire schrieb ein Lied, das heute – über 230 Jahre später – in mehr Sprachen gesungen wird als fast jedes andere Lied der Geschichte.

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