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Artikel: Schottland & Fußball: Die Tartan Army, ihre Legenden und die WM 2026

Schottland & Fußball: Die Tartan Army, ihre Legenden und die WM 2026

Die Tartan Army

Schottland & Fußball

Die älteste Nationalmannschaft der Welt – nach England. Ein Land, das den modernen Fußball miterfunden hat. Spieler, die Ballon d'Or gewannen und für die größten Clubs der Welt spielten. Und dennoch: kein einziges Mal die Gruppenphase eines Weltmeisterturniers überstanden. Willkommen in der widersprüchlichsten Fußballgeschichte Europas – und einer der schönsten.

Geschichte · Weltmeisterschaften · Legendäre Spieler · Die großen Trainer · Heutige Stars · WM 2026

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1872

Der Beginn – das erste Länderspiel der Geschichte

Am 30. November 1872 – dem St Andrews Day – bestritt Schottland in Glasgow gegen England das erste offizielle Fußball-Länderspiel der Geschichte. Ergebnis: 0:0. Auf dem Hamilton Crescent in Partick, vor rund 4.000 Zuschauern. Kein Tor, aber ein Moment, der den Weltsport für immer veränderte.

Schottland und England spielten fortan jährlich gegeneinander – das British Home Championship, die älteste internationale Fußballturniergeschichte der Welt. Diese Begegnungen prägten den schottischen Fußball über ein Jahrhundert lang, und der Rivale England blieb der Maßstab, an dem sich die Tartan Army bis heute misst.

1967 gelang ein bis heute gefeierter Sieg: Schottland besiegte England 3:2 an der Wembley – wenige Monate nachdem die Engländer Weltmeister geworden waren. In Schottland betrachteten sich viele daraufhin halboffiziell als inoffizielle Weltmeister. Die schottische Selbstironie war damals noch frisch.

Ein weiteres heute kaum bekanntes Detail: Das älteste bekannte Fußballstadion der Welt ist Hampden Park in Glasgow – seit 1903 die Heimat der Nationalmannschaft, mit einer Kapazität von 51.866 Plätzen. Es hat Weltcup-Semifinales, europäische Klassiker und Generationen von Tartan-Army-Stimmung erlebt.

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1974 – 1998

Weltmeisterschaften – so nah und doch so weit

Schottland nahm achtmal an einer Weltmeisterschaft teil – und schied jedes einzige Mal in der Gruppenphase aus. Dreimal auf Torverhältnis, ohne eine Partie zu verlieren. Es ist eine Geschichte aus Tragödie, Gallus und einem Archie-Gemmill-Tor, das für alles andere entschädigte.

Jahr Gastgeberland Schottlands Schicksal
1974 Deutschland Ungeschlagen – aber auf Torverhältnis ausgeschieden. 1 Sieg (2:0 Zaire), 2 Unentschieden.
1978 Argentinien Gemmill-Tor gegen Holland – aber wieder Gruppenphase. Das berühmteste Turnier der Tartan Army.
1982 Spanien Erneut ungeschlagen, erneut auf Torverhältnis ausgeschieden. 5:2 gegen Neuseeland, 2:2 gegen UdSSR.
1986 Mexiko Niederlagen gegen Dänemark und Deutschland. 0:0 gegen Uruguay (mit 10 Mann ab Minute 1).
1990 Italien Schockauftakt: 0:1 gegen Costa Rica. Rettungsversuche gescheitert. Gruppenphase.
1998 Frankreich Eröffnungsspiel gegen Weltmeister Brasilien im Stade de France. Verloren 1:2. Gruppenphase. Bis heute die letzte WM.

Das schottische Fußballparadox lässt sich in einer Zahl zusammenfassen: dreimal aus einem Weltturnier ausgeschieden, ohne eine Partie verloren zu haben. Ein Rekord, der zuvor nur Schottland gehörte – bis Kamerun, Belgien und Neuseeland es ihnen nachmachten.

Und dann waren da natürlich noch die 28 Jahre. Von 1998 bis 2025 qualifizierte sich Schottland für keine Weltmeisterschaft – eine Durststrecke, die Generationen von Fans prägte und den Tartan Army-Optimismus zu einer Art Kunstform machte.

„In 68 Minuten machte der kleine Mittelfeldspieler etwas, das Schottland nie vergessen wird – und Holland auch nicht."

— The Scotsman, über Archie Gemmills Tor gegen die Niederlande, Argentinien 1978

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Die Unsterblichen

Schottlands große Spieler – die Legenden

Kenny Dalglish – „King Kenny"

102 Caps · 30 Tore

Schottlands Rekordnationalspieler und gemeinsam mit Denis Law Rekordtorschütze. Pelé nannte ihn 2004 als einzigen Schotten auf seiner Liste der 100 größten lebenden Fußballer. Bei Celtic und Liverpool gewann er gemeinsam zehn Meisterschaften und drei Europapokale. Als Spielertrainer führte er Liverpool 1986 zum Double. Als Trainer holte er 1995 den Meistertitel mit Blackburn Rovers. „King Kenny" ist schlicht und einfach der größte schottische Fußballer aller Zeiten – ein Spieler, der Intelligenz, Technik und Führungsstärke auf einem Niveau vereinte, das seinesgleichen suchte.

Denis Law – „The King"

55 Caps · 30 Tore

Der einzige Schotte, der je den Ballon d'Or gewann – 1964. Bei Manchester United schoss er 237 Tore in 404 Spielen und ist damit der zweitbeste Torschütze der Vereinsgeschichte, nur übertroffen von Bobby Charlton. „The Lawman" war ein Raubtier im Strafraum, blitzschnell, beidfüßig und mit einem Instinkt für den Augenblick, der ihn von anderen Stürmern trennte. Sein Abschiedstor für Manchester City gegen Manchester United 1974 – ein Hackentrick, der United in die zweite Liga schickte – ist eine der bittersuß-schönsten Momente der Fußballgeschichte.

Graeme Souness

54 Caps · 3 WM-Turniere

Mittelfeld-General, Kapitän, unnachgiebig. Graeme Souness war das Herzstück des dominanten Liverpool-Teams der frühen 1980er – drei Europapokal-Siege, fünf Meisterschaften. Bei der Nationalmannschaft nahm er an drei Weltmeisterschaften teil (1978, 1982, 1986) und war das Rückgrat einer Mannschaft, die trotz aller Begabung nie die Früchte ihrer Arbeit ernten konnte. Später als Spielertrainer zu Rangers brachte er eine Reihe englischer Stars nach Schottland und veränderte die Struktur des schottischen Vereinsfußballs grundlegend.

Jim Baxter – „Slim Jim"

34 Caps · Rangers-Legende

Der eleganteste schottische Spieler seiner Generation. Jim Baxter spielte Fußball wie ein Jazz-Musiker – mit einer Nonchalance, die seine Gegner zur Verzweiflung trieb. Beim berühmten 3:2-Sieg gegen England 1967 an Wembley spielte Baxter Keepie-Uppie auf dem Platz, während das Spiel lief – nicht aus Arroganz, sondern weil er es konnte. Ein Spieler, der mit Leichtigkeit hätte Weltstar werden können, dessen Leben außerhalb des Platzes aber nie ganz mit dem Genie auf dem Rasen mithalten konnte.

Archie Gemmill

43 Caps · Das Tor

Archie Gemmill ist in der schottischen Fußballgeschichte durch ein einziges Tor unsterblich. Am 11. Juni 1978, in der 68. Minute des Gruppenspiels gegen die Niederlande in Mendoza, nahm der kleine Mittelfeldspieler aus Paisley den Ball am Strafraum, umspielte drei Verteidiger in einer Bewegung, tunnelte den vierten und schoss flach ins Netz – 3:1. Schottland verlor das Spiel noch 3:2. Sie schieden aus. Das Tor aber ist eines der schönsten in der WM-Geschichte, wurde von der FIFA zu den ikonischsten Momenten des Turniers gewählt und bewegt Schotten bis heute zu Tränen.

Jimmy Johnstone – „Jinky"

23 Caps · Celtic-Legende

Ein Genie mit dem Ball am Fuß. Jimmy Johnstone war der Star der Lisbon Lions – der Celtic-Mannschaft, die 1967 als erstes britisches Team den Europapokal der Landesmeister gewann. Nur 23 Länderspiele – viele sagen, es hätten doppelt so viele sein müssen. Celtic-Manager Jock Stein nannte ihn den besten Spieler, den er je trainiert hat. Die schottischen Fans wählten ihn zum besten schottischen Nationalspieler aller Zeiten.

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Die Fantastischen Vier

Schottische Trainer – die größten Manager der Fußballgeschichte

Eine der erstaunlichsten Tatsachen des europäischen Fußballs: Die vier einflussreichsten Manager der britischen Fußballgeschichte sind alle Schotten – und alle vier wuchsen in einem engen Radius rund um Glasgow auf. Busby, Shankly, Stein und Ferguson sind unter den besten Managern aller Zeiten weltweit – eine außergewöhnliche Leistung für vier Männer, die aus den Arbeitervierteln des schottischen Industriegürtels stammen.

Jock Stein

1922 – 1985 · Celtic · Schottland

Der erste britische Manager, der den Europapokal der Landesmeister gewann – 1967 mit Celtic, den berühmten Lisbon Lions. Und das mit einer Mannschaft, die vollständig aus Spielern bestand, die im Umkreis von fünfzig Meilen um Glasgow aufgewachsen waren. Jock Stein war ein Pionier des modernen Fußballmanagements – taktisch weit seiner Zeit voraus, emotional intelligent, ein Meister der Menschenführung. Er leitete auch die schottische Nationalmannschaft zur WM 1982. Im September 1985 erlitt er auf der Trainerbank während eines entscheidenden WM-Qualifikationsspiels einen Herzanfall und starb. Er wurde 62 Jahre alt – und hinterließ ein Vermächtnis, das größer ist als jedes andere im schottischen Fußball.

Bill Shankly

1913 – 1981 · Liverpool FC

Shankly übernahm Liverpool 1959 als mittelmäßigen Zweitligisten und verwandelte ihn in eine der dominantesten Kräfte des europäischen Fußballs. In 15 Jahren gewann er drei Meisterschaften, zwei FA Cups und den UEFA Cup – und gilt bei vielen als Liverpools größter Manager überhaupt. Die Shankly Gates am Anfield-Stadion tragen bis heute seinen Namen. Er war kein Manager – er war ein Prophet. Sein bekanntestes Zitat über Fußball und Leben ist in jedem Fußball-Pub des Vereinigten Königreichs bekannt, und in vielen auf der ganzen Welt.

Sir Matt Busby

1909 – 1994 · Manchester United

Der Gründervater von Manchester United als Weltclub. Busby baute nach dem Zweiten Weltkrieg die „Busby Babes" auf – eine junge, spielfreudige Mannschaft, die den englischen Fußball revolutionierte. Am 6. Februar 1958 traf das Flugzeug mit der Mannschaft in München auf der Landebahn auf Eis. Acht Spieler starben beim Münchner Flugzeugabsturz. Busby, der selbst schwer verletzt wurde, baute das Team neu auf und führte Manchester United 1968 als erstes englisches Team zum Europapokal der Landesmeister. Was er leistete, ging weit über Trophäen hinaus: Er gab Manchester United seine Seele.

Sir Alex Ferguson

geb. 1941, Glasgow · Manchester United 1986–2013

Der erfolgreichste Vereinstrainer der Geschichte. In 27 Jahren bei Manchester United gewann Sir Alex Ferguson 13 Premier-League-Titel, fünf FA Cups, vier League Cups und zweimal den Europapokal der Landesmeister – darunter 1999 das Treble aus Meisterschaft, FA Cup und Champions League, das bis heute als das größte Einzeljahr eines englischen Vereins gilt. Er kam zunächst von Aberdeen, wo er 1983 mit einer Provinzmannschaft den Europapokal der Pokalsieger gegen Real Madrid gewann.

Was ihn von anderen trennte: die Fähigkeit, Dynastien zu bauen und zu erneuern. Er gewann Titel in den 1990ern mit Cantona, in den 2000ern mit Ronaldo und in den 2010ern mit Rooney. Drei vollständig verschiedene Mannschaften, drei Ären, ein einziger Manager. Ferguson verstand wie keiner die Macht der Solidarität, der Einheit und der absoluten Disziplin – kombiniert mit der Bereitschaft, für einzigartige Talente Ausnahmen zu machen. Er ist nicht nur der größte schottische Manager – er ist schlicht der größte Trainer, den der Vereinsfußball je gesehen hat.

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Die heutige Generation

Die Stars der Gegenwart

Andrew Robertson – Kapitän

geb. 1994, Glasgow · Liverpool FC

Mit Liverpool hat Andrew Robertson die Champions League, die Premier League, den FA Cup und den League Cup gewonnen – einer der besten Linksverteidiger der Welt in seinen besten Jahren. Als Kapitän der Nationalmannschaft ist er das Gesicht der modernen Tartan Army: leidenschaftlich, führungsstark, mit einem Arbeitsethos, der ihm seinen Stammplatz in jeder Premier-League-All-Time-XI einbringen würde. Nur Leighton und Dalglish haben mehr Länderspiele für Schottland bestritten.

Scott McTominay

geb. 1996, Lancaster · SSC Napoli

Der große, unbezwingbare Mittelfeldspieler ist zum wichtigsten Spieler der schottischen Nationalmannschaft in der Qualifikation für die WM 2026 geworden – mit entscheidenden Toren in den wichtigsten Momenten. Nach Jahren bei Manchester United wechselte er zu Napoli in die Serie A und entwickelte sich dort zu einem Spieler von Weltklasse-Format. In der schottischen Nationalmannschaft ist er der verlässlichste Abräumer, der beste Kopfballspieler und einer der produktivsten Mittelfeldspieler der aktuellen Qualifikationskampagne.

Lyndon Dykes – Stürmer

geb. 1995, Queensland · QPR

In Australien geboren, in Schottland aufgewachsen – Lyndon Dykes ist der physischste und robusteste Stürmer, den Schottland seit Jahren hatte. Keine elegante Spielweise, aber eine unermüdliche Bereitschaft, Verteidiger zu beschäftigen, Bälle zu halten und in entscheidenden Momenten zu treffen. Gegen Dänemark im November 2025 – dem dramatischen 4:2-Qualifikationsspiel für die WM 2026 – erzielte er eines der entscheidenden Tore.

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November 2025

WM 2026 – nach 28 Jahren Warten

Am Abend des November 2025 tobte Hampden Park. Schottland schlug Dänemark in einem dramatischen Qualifikationsspiel 4:2 – nach Rückstand, in der Nachspielzeit. Nach 28 Jahren ohne Weltmeisterschaft ist die Tartan Army zurück auf der größten Bühne des Fußballs. Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird Schottlands neunte Weltmeisterschaftsteilnahme sein.

Es ist mehr als ein Sportereignis – es ist ein kulturelles Moment für ein Land, das die schmerzhaften Jahre des Wartens mit einer Mischung aus Galgenhumor, echter Leidenschaft und einem tief verwurzelten Glauben durchgehalten hat, dass der Moment kommen würde. Er ist jetzt da.

Schottland bei der WM 2026 in Zahlen

Letzte WM-Teilnahme Frankreich 1998
Jahre Wartezeit 28 Jahre
WM-Gesamtauftritte 9 (2026 inklusive)
Qualifikationsspiel Schottland 4:2 Dänemark, Hampden Park
Gastgeberländer 2026 USA, Kanada, Mexiko
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The Scottish Shop

Mit der Tartan Army zur WM 2026

Tartan, Kaschmirschal, Wolldecke für die Nachspielzeit-Aufregung – alles, was Sie als schottischer Fan oder Schottland-Liebhaber brauchen.

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