
Was ist schottischer Tartan? Geschichte, Clans & Bedeutung | The Scottish Shop
Was ist schottischer Tartan? Geschichte, Clans und Bedeutung
Tartan ist eines der bekanntesten Symbole Schottlands — und gleichzeitig eines der am häufigsten missverstandenen. Viele denken bei Tartan sofort an Kilts und Dudelsäcke. Doch hinter dem charakteristischen Karomuster steckt eine faszinierende Geschichte, die Jahrhunderte umspannt, politische Unterdrückung überlebt hat und bis heute gelebte Kultur ist. Wir sind ein schottisches Familienunternehmen — und Tartan ist uns nicht fremd.
Was ist Tartan genau?
Tartan ist ein gewebtes Textilmuster aus sich kreuzenden horizontalen und vertikalen Farbstreifen. Diese Streifen wiederholen sich in einem festen Rhythmus — dem sogenannten „Sett" — und erzeugen durch die Überlagerung das typische Karomuster. Das gälische Wort dafür lautet breacan, was so viel bedeutet wie „mehrfarbig" oder „gesprenkelt".
Der Begriff „Tartan" selbst leitet sich wahrscheinlich vom französischen tartaine ab, einer Bezeichnung für eine bestimmte Stoffart. Erst als sich die typischen Hochlandmuster zu Karos entwickelten, setzte sich das Wort in seiner heutigen Bedeutung durch.
Die Geschichte des schottischen Tartans
Karierte Stoffe gab es in Schottland schon lange vor dem 17. Jahrhundert. Ursprünglich war Tartan jedoch nicht mit einem bestimmten Clan verbunden. Da Stoffe lokal gewebt wurden, entstanden in verschiedenen Regionen natürlich unterschiedliche Muster und Farbkombinationen — aber als festes Erkennungsmerkmal einer Familie diente Tartan damals noch nicht.
Mit der Zeit wurde das Tragen von Tartan immer populärer. Einflussreiche Persönlichkeiten wie Sir Walter Scott trugen dazu bei, Tartan als Symbol schottischer Identität zu etablieren. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Tartankleidung zu einem charakteristischen Merkmal der schottischen Highland-Tracht.
Das Verbot von 1746 — Tartan als politisches Symbol
Nach dem Jakobitenaufstand von 1745 und der verheerenden Niederlage in der Schlacht von Culloden 1746 verbot die britische Regierung das Tragen von Tartan. Ziel war es, die Highland-Kultur zu unterdrücken und den schottischen Widerstandsgeist zu brechen. Das Verbot galt fast 40 Jahre lang.
Dieser Einschnitt zeigt, wie aufgeladen Tartan politisch war — es war nicht nur ein Stoff, sondern ein Zeichen der Zugehörigkeit und des Widerstands.
Tartan und die schottischen Clans
Heute verbinden wir Tartan unweigerlich mit den schottischen Clans. Doch die enge Verbindung zwischen einem bestimmten Muster und einer Familie ist jüngeren Ursprungs als oft gedacht. Es waren vor allem die Romantik des frühen 19. Jahrhunderts und der legendäre Besuch von König Georg IV. in Edinburgh im Jahr 1822 — von Sir Walter Scott inszeniert — die den Clan-Tartan als Tradition festigten.
Seither trägt jeder Clan seinen eigenen Tartan. Manche Familien haben mehrere: einen für Alltag, einen für Trauer, einen für die Jagd. Bekannte Clan-Tartans sind Black Watch, Royal Stewart, Campbell und Mackenzie.
Einer der bekanntesten Tartans weltweit ist der Royal Stewart, der Lieblingstarten von Queen Elizabeth II. — mehr dazu in unserem Artikel über Royal Stewart Tartan.
Das Scottish Register of Tartans
Das Scottish Register of Tartans erfasst und schützt alle offiziell anerkannten Tartanmuster. Inzwischen sind dort weit über 7.000 historische und moderne Tartans registriert. Und es kommen stetig neue hinzu — Corporates, Sportteams, Städte und sogar Einzelpersonen können unter strengen Kriterien einen eigenen Tartan anmelden.
Auch unser eigenes Kuuhi Scotland-Label hat mit dem Ailsa Craig Tartan ein exklusives Muster kreiert, das ausschließlich bei The Scottish Shop erhältlich ist.
Tartan heute — mehr als nur Kilt
Tartan ist längst aus dem Kilt herausgewachsen und findet sich in fast allen Bereichen des schottischen Alltags und Lifestyles. Besonders beliebt sind:
- Schals und Stolas aus Lammwolle oder Kaschmir in klassischen Clan-Tartans
- Wolldecken und Plaids für Zuhause — in traditionellen oder modernen Tartanmustern
- Picknickdecken mit wasserfester Unterseite — ein klassisches Schottland-Souvenir
- Kaschmirschals von Lochcarron of Scotland, dem weltweit führenden Tartanweber
Häufig gestellte Fragen zu Tartan
Kann jeder einen Tartan tragen? Ja — es gibt keine gesetzliche Einschränkung. Wer keinen eigenen Clan-Tartan hat, greift oft zu universellen Mustern wie Black Watch, Royal Stewart oder Pride of Scotland.
Was ist der Unterschied zwischen Tartan und Plaid? „Plaid" ist der englische Begriff für ein großes Tuch oder eine Decke — ursprünglich das Kleidungsstück, aus dem sich der Kilt entwickelte. Im deutschen Sprachraum wird „Plaid" heute meist für eine Wolldecke verwendet. Tartan beschreibt das Muster, Plaid das Kleidungsstück oder die Decke.
Muss ein echter Tartan in Schottland hergestellt werden? Nein — aber qualitativ hochwertige Tartanprodukte werden traditionell in Schottland gewebt. Lochcarron of Scotland in Selkirk ist einer der letzten und renommiertesten Tartanweber weltweit und stellt alle unsere Lochcarron-Schals und -Decken vor Ort her.
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Wir führen eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Tartanprodukten — ausschließlich aus Schottland, von Marken, die wir persönlich kennen und deren Handwerk wir schätzen.





