Artikel: Schottische Inseln: Ein Überblick über die Hebriden, Orkney, Shetland und mehr
Schottische Inseln: Ein Überblick über die Hebriden, Orkney, Shetland und mehr
900 Inseln. Eine Reise.
Schottische Inseln
Schottland hat über 900 Inseln – von denen knapp über 100 noch bewohnt sind. Sie erstrecken sich vom Firth of Clyde, nur eine Stunde von Glasgow entfernt, bis zu den Shetlandinseln, die geografisch näher an Oslo liegen als an London. Jede Insel hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Charakter, ihre eigene Geschichte. Dies ist eine erste Orientierung durch einen der faszinierendsten Archipele der Welt.
Isle of Skye · Hebriden · Arran · Islay · Mull · Orkney · Shetland
Die Inseln auf einen Blick
Vier Inselgruppen, ein Archipel
Schottlands Inseln lassen sich grob in vier Hauptgruppen einteilen – jede mit eigenem Charakter, eigener Kultur und eigener Geschichte.
| Gruppe | Lage | Charakter |
|---|---|---|
| Innere Hebriden | Westküste | Skye, Mull, Islay, Jura, Iona – spektakuläre Landschaften, Whisky, mittelalterliche Geschichte |
| Äußere Hebriden | Atlantikküste | Lewis, Harris, Uist, Barra – Gälische Sprache, weiße Sandstrände, Steinkreise, Weberei |
| Orkney | Nordküste | Jungsteinzeit-Monumente, Wikingererbe, spektakuläre Meeresküste, Nordlichter |
| Shetland | Nördlichster Punkt | Skandinavische Kultur, Shetland-Ponys, Fair Isle, dramatische Klippen |
Innere Hebriden
Isle of Skye – die bekannteste Insel Schottlands
Die Isle of Skye ist seit der Eröffnung der Skye Bridge 1995 per Auto erreichbar und hat sich zur meistbesuchten Insel Schottlands entwickelt – zu Recht. Ihre Landschaft ist von atemberaubender Dramatik: die zerklüfteten Grate der Black Cuillin (zwölf Munros, technisch anspruchsvollstes Klettergebiet der britischen Inseln), die surrealen Felsformationen des Old Man of Storr und des Quiraing, die Fairy Pools mit ihrem klaren blauen Wasser.
Historisch ist Skye untrennbar mit Bonnie Prince Charlie verbunden – nach der Niederlage bei Culloden floh Charles Edward Stuart mit Hilfe von Flora MacDonald, verkleidet als ihr Dienstmädchen, über die Insel nach Frankreich. In Dunvegan Castle, dem ältesten dauerhaft bewohnten Schloss Schottlands, residiert noch heute der Chief des Clan MacLeod.
Auf Skye wurden auch Dinosaurierfossilien gefunden – Fußabdrücke von Sauropoden, die rund 170 Millionen Jahre alt sind, und die belegen, dass Skye einst durch eine Landbrücke mit Nordamerika verbunden war. Mehr über die Isle of Skye →
Whisky, Geschichte & Wildnis
Die Inneren Hebriden
Islay – die Whisky-Insel
Islay beherbergt neun aktive Destillerien – mehr als jede andere Insel der Welt – darunter Laphroaig, Ardbeg, Bowmore und Lagavulin. Islay-Whiskys sind für ihren intensiv rauchig-torfigen Charakter bekannt, der aus dem Moorwasser der Insel und dem Torf entsteht, mit dem das Gerstenmalz getrocknet wird. Islay ist auch für seine weißen Sandstrände, seine Seevögel und die Überreste der Lordschaft der Inseln bekannt – dem mächtigen mittelalterlichen Königreich, das einst die westlichen Inseln beherrschte.
Mull & Iona
Mull ist die zweitgrößte der Inneren Hebriden – mit dem farbenfrohen Hafen von Tobermory (Vorlage für die Kinderserie Balamory), mit Weißkopf-Seeadlern, die vom Aussterben zurückgebracht wurden, und mit einer der reichsten Wildtierpopulationen Schottlands. Eine kurze Fährfahrt von Mull bringt einen nach Iona – eine der heiligsten Stätten des frühen Christentums in Nordeuropa.
563 n. Chr. gründete der irische Mönch Columba auf Iona ein Kloster, das zur Keimzelle des keltischen Christentums in Schottland und England wurde – von hier aus wurden die Hebriden und weite Teile Nordenglands christianisiert. Dutzende schottischer Könige sind auf Iona begraben, darunter angeblich Macbeth.
Arran – Schottland im Kleinen
Nur 90 Minuten von Glasgow entfernt – aber Arran fühlt sich an wie ein eigenes Land. Die Insel wird „Schottland im Kleinen" genannt, weil sie auf kleinstem Raum alle Landschaftsformen des Festlandes vereint: die Hochlandberge im Norden (Goat Fell, 874 m), die sanften Farmlandschaften im Süden, Steinkreise auf der Machrie Moor aus der Jungsteinzeit und eine lebhafte Küstenkultur. Arran hat eine eigene Whisky-Destillerie, eine Brauerei, Käseproduktion und regelmäßige Fähren von Ardrossan bei Glasgow.
Gälisches Herz
Die Äußeren Hebriden – Na h-Eileanan Siar
Die Äußeren Hebriden – auf Gälisch Na h-Eileanan Siar, die westlichen Inseln – sind die letzte Hochburg der schottisch-gälischen Sprache. Auf Lewis und Harris sprechen noch über 60% der Bevölkerung Gälisch im Alltag. Die Landschaft ist von einer Schönheit, die sich schwer beschreiben lässt: türkisfarbenes Meer, Sandstrände von caribean-Qualität, weites Moor, uralte Steinkreise.
Auf Lewis stehen die Calanais Standing Stones – ein Steinkreisareal, das rund 5.000 Jahre alt ist, also älter als Stonehenge. Wofür sie dienten, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Harris ist die Heimat des echten Harris Tweed – jenes handgewebten Wollstoffs, der per Gesetz ausschließlich auf den Äußeren Hebriden hergestellt werden darf und eine geschützte geografische Ursprungsbezeichnung trägt. Mehr über Tweed →
National Geographic kürte die Äußeren Hebriden 2025 zu einem der „Best of the World"-Reiseziele. Die Strände von Luskentyre auf Harris und Berneray gehören zu den schönsten in Europa – und der Atlantik hier ist tatsächlich blau und türkis, selbst im schottischen Sommer.
5.000 Jahre Geschichte
Orkney – Europas Freilichtmuseum der Steinzeit
Nur zehn Kilometer vom schottischen Festland entfernt, aber in einer anderen Welt. Orkney hat die höchste Dichte vorgeschichtlicher Monumente in Europa: Skara Brae, ein jungsteinzeitliches Dorf aus 3200 v. Chr. – älter als Stonehenge und die Pyramiden – liegt so gut erhalten unter dem Meeressand, dass man die Steinmöbel in den Häusern noch erkennen kann. Der Ring of Brodgar, ein Steinkreis von 104 Metern Durchmesser, und der Maeshowe Cairn, ein Megalith-Grabkammer, in die das Wintersonnenwendelicht exakt hineinscheint, komplettieren ein UNESCO-Welterbe, das seinesgleichen sucht.
Orkney gehörte bis 1468 zu Norwegen – als Mitgift einer dänischen Prinzessin, die der schottische König James III. heiratete. Der skandinavische Einfluss ist noch heute spürbar: in Ortsnamen, im lokalen Akzent und in der Mentalität, die sich von der des schottischen Festlandes deutlich unterscheidet.
Im Scapa Flow, dem natürlichen Hafen zwischen den Orkney-Inseln, versenkte die deutsche Hochseeflotte nach dem Ersten Weltkrieg 1919 ihre eigenen Schiffe – ein spektakuläres Wrack-Tauchgebiet, das bis heute zu den bedeutendsten der Welt gehört.
Nördlicher als man denkt
Shetland – Schottland trifft Skandinavien
Shetland liegt auf demselben Breitengrad wie Teile Südgrönlands und Alaskas. Im Sommer dauert die Dämmerung bis nach Mitternacht – die sogenannte Simmer Dim. Im Winter tanzen die Nordlichter über dem Himmel. Shetland gehörte bis 1469 zu Norwegen – noch später als Orkney – und diese skandinavische Vergangenheit ist tief im Charakter der Inseln verankert.
Auf Shetland lebt das Shetland-Pony – das kleinste Pferdegebilde der Welt, angepasst an Wind, Kälte und karges Moorland. Auf Fair Isle, einer winzigen Insel zwischen Shetland und Orkney, entstand die weltberühmte Fair-Isle-Stricktradition – jenes mehrfarbige geometrische Muster, das heute auf Pullovern überall auf der Welt getragen wird. Fair Isle hat heute weniger als 60 Einwohner.
Jarlshof bei Sumburgh Head ist eine der bemerkenswertesten Ausgrabungsstätten Nordeuropas: Übereinandergeschichtete Siedlungen aus der Bronze-, Eisen-, Wikinger- und mittelalterlichen Zeit – über 3.000 Jahre kontinuierlicher Besiedlung auf einem einzigen Fleck.
„Jede schottische Insel ist ein eigenes kleines Land. Wer alle kennt, kennt viele Länder."
— The Scottish Shop
Weniger bekannt, genauso schön
Vier Insel-Geheimtipps
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Staffa Innere Hebriden |
Eine unbewohnte Vulkaninsel mit der berühmten Fingalshöhle – ein natürliches Basaltgewölbe, das Mendelssohn zu seiner „Hebriden-Ouvertüre" inspirierte. Der Name der Insel stammt vom altnordischen Wort für Stab oder Pfeiler – eine Beschreibung der gleichmäßigen Basaltsäulen, die die Küste säumen. |
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Colonsay Innere Hebriden |
Eine der ruhigsten Inseln Schottlands, nur 140 permanente Einwohner, keine Ampeln, kein Lärm. Der Strand von Kiloran Bay gilt als einer der schönsten in Schottland. Colonsay war Schottlands erste Dark Sky Island – so dunkel, dass die Milchstraße mit bloßem Auge sichtbar ist. |
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St Kilda Äußere Hebriden |
Die abgelegenste Inselgruppe Großbritanniens – 64 km westlich der Äußeren Hebriden, heute unbewohnt (seit 1930 evakuiert auf Wunsch der letzten 36 Einwohner). UNESCO-Welterbe für Natur und Kultur. Die höchsten Meeresklippen der britischen Inseln. Nur per Charterboot oder NTS-Expedition erreichbar. |
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Eilean Shona Westküste |
Eine Privatinsel an der Westküste, die J.M. Barrie für die Entstehung von Peter Pan inspirierte – er verbrachte 1920 Sommerurlaube hier. Heute als Ferienvermietung buchbar. Für Literaturliebhaber und Insel-Romantiker gleichermassen unvergesslich. |
La boutique écossaise
Die Inseln mit nach Hause nehmen
Harris Tweed, Fair-Isle-Muster, ein rauchiger Islay Single Malt – die Inseln Schottlands sind in unseren Produkten lebendig.
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Was ist Tweed? Harris Tweed – geboren auf den Äußeren Hebriden |
Die Munros Zwölf der 282 Munros liegen auf der Isle of Skye |
„Innse Gall" – das Land der Fremden. So nannten die Gälen die Inseln, als die Wikinger sie besetzten. Heute kommen neue Fremde – und bleiben für immer.
Mit Liebe zu Schottland geschrieben von The Scottish Shop – authentische schottische Produkte, geliefert in ganz Europa.



