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Artikel: Lammwolle oder Schurwolle? Der feine Unterschied einfach erklärt

Lammwolle oder Schurwolle? Der feine Unterschied einfach erklärt

Lammwolle, Schurwolle, Schafwolle – im Online-Shop und auf Pflegeetiketten begegnen Ihnen viele Begriffe für scheinbar dasselbe Material. Doch sie bedeuten nicht alle das Gleiche. Die kurze Antwort: Jede Lammwolle ist Schurwolle, aber nicht jede Schurwolle ist Lammwolle. Lammwolle stammt von der ersten Schur eines jungen Schafes und ist besonders fein und weich; Schurwolle ist der gesetzlich geschützte Oberbegriff für neue Wolle vom lebenden Schaf.

Was ist Schurwolle?

Schurwolle ist ein gesetzlich geregelter Begriff. Nach der europäischen Textilkennzeichnungsverordnung darf ein Erzeugnis nur dann als Schurwolle bezeichnet werden, wenn die Wolle von einem lebenden Schaf geschoren wurde, noch nie zuvor in einem fertigen Produkt verarbeitet war und keiner faserschädigenden Behandlung ausgesetzt wurde. Damit grenzt sich Schurwolle klar von minderwertigen Wollarten ab – etwa von Reißwolle, die aus alten Textilien recycelt wird.

Auf dem Etikett erkennen Sie Schurwolle am Kurzzeichen WV (für „virgin wool“); recycelte Wolle trägt dagegen das Kürzel WO. Der Zusatz „rein“ bedeutet, dass die Faser zu 100 % aus Schurwolle besteht. Schurwolle ist damit in erster Linie ein Qualitätsversprechen: neue, unverarbeitete Wolle vom lebenden Tier.

Was ist Lammwolle?

Lammwolle – auf Englisch lambswool – ist die Wolle aus der allerersten Schur eines jungen Schafes, meist im Alter von etwa sechs Monaten. Genau genommen ist Lammwolle eine besonders feine Unterart der Schurwolle. Diese erste Schur liefert außergewöhnlich weiche, feine Fasern mit einem leichten natürlichen Glanz. Lammwolle fühlt sich angenehmer auf der Haut an als gröbere Wollqualitäten und eignet sich deshalb besonders gut für Schals, Pullover und kuschelige Decken. Der Preis ist meist etwas höher, denn jedes Lamm liefert diese erste, feine Wolle nur ein einziges Mal.

Warum steht auf dem Etikett „Schurwolle“, wenn das Produkt „Lambswool“ heißt?

Hier liegt der Grund, warum die Begriffe Lammwolle und Schurwolle scheinbar synonym verwendet werden. Im englischsprachigen Wollhandel – und gerade in Schottland – ist „lambswool“ eine gängige, oft etwas breiter gefasste Bezeichnung für feine, hochwertige Wolle. Auf dem deutschen Pflegeetikett gilt jedoch die Textilkennzeichnungsverordnung, und der vorgeschriebene, rechtssichere Begriff lautet „Schurwolle“. „Lammwolle“ ist keine eigenständige gesetzliche Faserbezeichnung, sondern beschreibt die Qualitätsstufe.

Deshalb kann ein und dasselbe Produkt im Marketing korrekt als „Lambswool“ und auf dem Etikett ebenso korrekt als „Schurwolle“ ausgewiesen sein – beides ist richtig, es sind nur unterschiedliche Kennzeichnungskonventionen. Wenn Sie auf dem Etikett Ihrer schottischen Decke „100 % Schurwolle“ lesen, halten Sie also genau das in den Händen, was als feine Lammwolle beworben wurde.

Lammwolle, Schurwolle und Merinowolle im Vergleich

  • Schurwolle (WV): Oberbegriff für neue Wolle vom lebenden Schaf – das gesetzliche Qualitätssiegel.
  • Lammwolle: die feine erste Schur eines jungen Schafes – eine besonders weiche Unterart der Schurwolle.
  • Merinowolle: Schurwolle vom Merinoschaf, besonders fein und kratzarm.
  • Reißwolle (WO): recycelte Wolle aus Alttextilien – nicht zu verwechseln mit Schurwolle.

Pflege: Lammwolle und Schurwolle richtig behandeln

Ob Sie es Lammwolle oder Schurwolle nennen: Die Pflege bleibt gleich. Schurwolle reinigt sich durch ihre natürliche Struktur weitgehend selbst – regelmäßiges Lüften genügt oft. Decken und Schals aus reiner Schurwolle reinigen Sie am besten chemisch, um Form und Farbe langfristig zu erhalten. Eine ausführliche Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber zur Pflege von Wolldecken.

Häufige Fragen

Ist Lammwolle besser als Schurwolle?
Beide bezeichnen Wolle vom lebenden Schaf. Lammwolle ist eine besonders feine Unterart der Schurwolle aus der ersten Schur – etwas weicher, aber nicht „besser“. Schurwolle ist der übergeordnete Qualitätsbegriff.

Warum steht auf meinem schottischen Schal „Schurwolle“?
Weil „Schurwolle“ der gesetzlich vorgeschriebene Begriff auf deutschen Pflegeetiketten ist. Im englischen Original heißt dasselbe Material oft „lambswool“.

Was bedeutet das Kürzel WV?
WV steht für Schurwolle (neue Wolle vom lebenden Schaf). WO bezeichnet dagegen recycelte Reißwolle.

Kratzt Lammwolle?
Lammwolle ist feiner und weicher als gröbere Wollqualitäten und kratzt daher in der Regel deutlich weniger. Wer es besonders weich mag, greift zu Merino oder Kaschmir.

Bei The Scottish Shop finden Sie beide Welten unter einem Dach: feine Schurwolldecken aus 100 % reiner Lammwolle, klassische schottische Wollschals sowie die gesamte Auswahl an schottischen Wolldecken & Plaids – alle Made in Scotland.

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